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"Und dann ist immer Dia-Abend"Medienkonvergenz ist mein persönliches Reizwort. Wird es doch vorwiegend in medienökonomischen Lehrbüchern und im Kontext von Strategien der großen Medienmultis verwendet. Medienkonvergenz beschreibt, wie Inhalte und Strukturen jeweils zuvor existierender Einzelmedien in einem spezifisch neuen Medium fusionieren und den großen der Branche zunächst einmal nicht weniger als höhere Profite versprechen. Als die dot.com Blase immer weiter aufgepustet wurde, fungierte der Begriff der Medienkonvergenz als Sesam-öffne-dich für die Panzerschränke der Finanzierer. Zumindest im Bereich der digitalen online Medien wurde jedoch nicht Mehr konvergiert, als die altbekannten Inhalte Bild, Wort und Ton. Nicht gerade die Wiedererfindung des Rades.
Ich las den Text mehrmals. Und halte ihn für einen medienkritischen Aufsatz (um nicht das große Wort „Essay“ zu benutzen), der bemerkenswert auf die gegenwärtigen medienkritischen Diskurse als auch die großen medientheoretischen Texte der Moderne und Postmoderne verweist. Wobei ich mir die Frage stellte, ob solch einen Text dann ebenso Teil des Kanons ist. Oder ob er in 50 oder 100 Jahren als eben solch ein kanonischer Text gelesen wird. Wo ist also der Bezug zu den klassischen medienkritischen Essays? Wir haben es hier nicht mit einem neuen Medium zu tun. Darauf wird man noch lange warten müssen. Jedoch ist solch ein fotografisches Mobiltelefon symptomatisch für die Frühzeit (?) digitaler Medien. Im Gegensatz zu den klassischen Texten, die zu Beginn der großen Epochen des Rundfunks und des Fernsehens oder des Kinos um die Jahrhundertwende geschrieben wurden, haben wir es nicht mehr mit einem neuen Einzelmedium zu tun, das, um es mit Brecht auszudrücken, „auf eine vollkommen unvorbereitete Gesellschaft trifft“, sondern mit eben einem Produkt der eingangs beschriebenen Konvergenzstrategien. Am Ende war das Wort und das Bild. So impliziert Rauterberg seinem Text das Paradigma vom „Ende der Geschichte“.
Das Hochzeitsfest im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit. Damit verweist Rauterberg auf Walter Benjamins großen Text, der zu Beginn der dreißiger Jahre den Verlust des Auratischen im medial reproduzierten Kunstwerk zugunsten einer zu schaffenden Ästhetik des Films beschrieb. Heute haben wir den Salat, will meinen den Verlust einer potentiell auratischen Gegenwart.
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danke für die wochenendlektüre - damit meine ich auch deine kritik der kritik, die ich mir noch einmal genauer durchlesen muss. falls dir am wochenende fad ist: eine schöne geschichte zum zwecklosen kampf gegen das rauschen im/durchs fernsehen: http://fm4.orf.at/grenzfurthner/103736/main wer ist eigentlich rauterberg? /del, 13.12.02 23:12Wer ist eigentlich Rauterberg? Danke für den Lesetip. Mag ich. Was die Aura betrifft. Nun, ich melde mich. Wenn mein Monitor wieder funzt. /Henning, 16.12.02 11:49okay, zwei einsprüche habe ich: ich spreche dem bild seine dokumentarischen potentiale generell ab - wenn du mit "wiedergeben" "abbilden" meinst. und das nicht erst sien benjamins entdeckung der technischen reproduzierbarkeit. zentral an dem aufsatz ist meiner ansicht nach zudem, dass nicht mehr die reproduktion ubiquitär ist, sondern die produktion es langsam wird. die damit einhergehenden fälschungen sind wie gesagt nichts neues - retuschiert und verbessert wurde seit jeher. /del, 16.12.02 13:38@del: @Henning: Manipulationspotentialmäßig der "Hamma vonna Spree"! Aber das war nur ein kleiner Abschweifer und jetzt habe ich schon wieder dazwischengequatscht, sorry! Das verstehe ich nicht ganz. Wie kommst Du darauf, dass ein Bild nicht dokumentiert? Wenn Du auf digitale Bilder anspielst, kann ich es im Grunde verstehen. Schon immer wurde retuschiert udn das Dokumentierte manipuliert. Enzensberger geht ja soweit, dass er jede mediale Produktion als Manipulation des Dokumentierten schlechthin sieht (also z.B. der filmische Schnitt). Danke für Ihr Interesse! /Henning, 17.12.02 13:10Tut mir jetzt echt leid, aber das mit der Aura verstehe ich immer noch nicht! Und zur analogen Fotografie - da gibt es doch auch so etwas wie eine Körnung, oder? Oh nee - die schon wieder - aber mir sind da noch zwei Gedanken gekommen: Wenn man dem digitalen Bild ( und dem analogen Foto?) aufgrund seiner Zerlegbarkeit in kleinste Einheiten die dokumentatorische Potenz abspricht, wie verhält es sich dann mit eben dieser Potenz beim holographischen Bild? Wenn ich das physikalisch richtig gerafft habe, so enthält doch noch der superkleinste Teil einer holographischen Platte die gesamte Information zu Rekonstruktion des Gesamtbildes. Erinnert doch irgendwie an die DNS und führt mich so zur zweiten Frage: Wie sieht es mit der auratischen Präsenz einer anderen Reproduktion, nämlich der des geklonten Menschen aus? Klingt wirr? also die sechsundzwanzig weihnachtsliederkakophonierende mit ubiquität der produktion meine ich tatsächlich die allgegenwart der produktion von sinn und bedeutung und damit überleben in/zwischen allen von uns. das ist klarerweise eine fälschung in dem sinne, dass das echte (ungefälschte) gefiltert wird, werden muss. so weit so konsens. wenn jetzt immer mehr menschen technische möglichkeiten der speicherbaren sinn-produktion in die hand bekommen erwachsen daraus neue bedingungen für die gesellschaftliche, zwischenmenschliche, aber auch individuelle produktion. wir werden immer mehr sinn produzieren anhand der sinnproduktionen der anderen, und auch weil wir immer mehr mit dem festhalten der unsrigen für die anderen beschäftigt sind, dass das hier und jetzt immer weniger sinn macht. meint rauterberg (wenn ich ihn richtig verstanden habe :-) ich kann das nachvollziehen, teile seinen bedauernden unterton aber nur bedingt. denn wer sagt, dass das alte (individuelle, untechnsiche) jetzt wertvoller ist als das neue (gemeinsame, technische)? ich verstehe auch nicht weswegen ich zwischen digitalen und analogen bildern einen diesbezüglichen unterschied machen soll. ich mache auch keinen prinzipiellen unterschied zwischen der pferdekutsche und dem auto. ich kann zwar nachvollziehen, dass das analoge bild "gewissermaßen wie natur" wirkt, aber halt nicht wirklich. die fälschlichen möglichkeiten gehen beim analogen bild nicht so sehr in die tife (bis auf ein pixel), sind auf positionierung, lichteinfall und dgl. beschränkt. dennoch würde ich das ergebnis nicht "dokument" nennen im sinne von "abbild" im sinne von "so ist es". das bedeutet nicht, dass keine rückschlüsse gezogen werden können oder dürfen. wenn die mit anderen beobachtungen/beschreibungen korrespondieren kann man sich (selbst) ein mehr und mehr plausibles bild machen. hmmm. so, jetzt komme ich mir auch wirr und unverständlich vor. ich denke, das liegt am thema. und an der flötenkindervorstellung. Keine Antwort zur Philosophie der Holographie? Gibt es nicht doch so etwas wie eine Seele, eine Aura (von der ich immer noch nicht begriffen habe, was sie im benjamischen Sinne bedeuten soll!!!). Und das führt mich zu der Frage, ob das Alte (individuelle, untechnische) wertvoller sei als das Neue (gemeinsame, technische). Ich tendiere dazu, diese Frage mit "Ja" zu beantworten, denn ich finde , es gibt z.B. nichts wunderbareres, als den Menschen im Orginal, in allen seinen ungeheuer vielfältigen, meist unbewußten Ausdrucks- und Kommunikationsmöglichkeiten, wozu also all diese exzessive Reproduktionssucht? So, wenn´s jetzt wieder etwas wirr war, dann liegt es an der gestrigen Weihnachtsfeier im Kollegenkreis.Da gab es zwar keine Flötenterroristen, aber... Hallo und frohes Fest. Ich bin momentan nicht oft im Netz. Ich find`s hier aber sehr interessant. Ich bitte mal spontan um ein wenig Zeit zum antworten... /Henning, 26.12.02 15:40ja, zur zeit ist es ausserhalb aufregender. Zurzeit ist es außerhalb aufregender? Wenn "stressig" eine Teilmenge von "aufregend" ist, dann kann ich zustimmen! Lieber Henning, Natürlich passt das Dogma der Produzierbarkeit in unser vorherrschendes materialistisches Weltbild. Was kommt in Zukunft noch so alles auf uns zu ? Dies ist so ansatzweise das, was mir zum Begriff "produzierbarer Sinn" einfällt Und zack, weg sind wir - Zeit ist halt doch ein nicht zu unterschätzender Faktor! /Pepe, 5.01.03 10:30
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