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MediensystemDen Funktionswandel des ehemals nett anzuschauenden bundesdeutschen Mediensystems beschreiben Soziologen überwiegend vor systemtheoretischen Hintergründen. Sicherlich ein probater Ansatz, der durchaus Ergebnisse produziert (Wobei man mit dem Luhmann`schen Theoriehammer wohl alles und jeden erschlagen kann, was eine solide Theorie ja auch leisten soll). Ein zentrale Aussage der Systemtheorie dürfte wohl jene sein, die den jeweiligen Teilssystemen die autopoietische Kraft zur Autonomisierung zuspricht. Auch das anfangs erwähnte Mediensystem tut dies und bildet - im Grunde ein alter Hut - verschiedene Medientypen heraus: Programmmedien, Sparten- und Zielgruppenmedien, sowie Informations- und Kommunikationsnetzwerke heraus. Stellt sich die Frage, ob dies wirklich ein Autonomiegewinnender Prozess ist? Sparten- und Zielgruppenmedien siechen vor sich hin. Den Ö/R dienen ihre Sparten bislang nur als Platzhalter auf dem begehrte digitalen Fernsehmarkt. Was sie sich (inhaltlich) auf die Fahnen schreiben, verspricht viel, lediglich gucken tuts niemand. Der Einstieg neuer Anbieter in dieses Segment scheint vor dem Hintergrund der Kirchpleite ausgeschlossen. Es wird wohl auch nichts ändern, wenn die noch bei Kirch liegenden Rechte (und das sind wirklich viele) neu verhandelt werden. Zudem sind die Frequenzen knapp und der Kapitalaufwand, einen Sendebetrieb einzurichten dürfte für Neueinsteiger zu hoch sein. Bleibt abzuwarten, die sich Murdoch und Berlusconi verhalten. Einer dieser beiden brächte wohl genug Potential mit, um einschneidende Veränderungen zu bewirken. Wir werden`s wohl nach dem 22. September erfahren. Was die Informations- und Kommunikationsnetzwerke betrifft ist eine Prognose schwieriger. Bleiben die Netzwerke in ihren momentanen Strukturen oder wird es starke Bestrebungen geben, sich die Netze kommerziell einzuverleiben? Ansätze sind da. Die lukrativen und exponiertesten Sonnenplätze im Web sind von den kommerziellen Anbietern bereits besetzt. AOL/ Time Warner und T-Online setzen sich fest in virtuellen Realität ihrer Nutzer. Schlimm ist, dass viele es gar nicht bemerken. Glücklicherweise sind Netze sehr viel schwieriger zu kontrollieren als die gewohnten Sender-Empfänger Strukturen, wie man sie aus allen massenmedialen Kontexten kennt. Betrachtet man die Weblog Subkultur (?)als ein Mini-Teilsystem, so findet man auch hier Bestrebungen zur Autonomisierung, zur Abgrenzung gegen andere (elektronisch/digitale) Teilsysteme. Damit dies funktioniert braucht man Schnittstellen zu anderen Systemen, die teilweise existent sind. Artikel in anderen Medien sind dies. Namhafte Online Publikationen widmen sich dem Phänomen. Ich erinnere an die Zeit, die Welt, Spiegel, Focus, verschiedenen englischsprachige Magazin etc. Das Bloghaus kann eine ebensolche Funktion erfüllen, ebenso die wirklich guten Weblog-Journalisten.
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