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Sofa SurfersSurf`s Up. Warum definiert sich mein Bild von Österreich weniger über Haider, die FPÖ oder Erinnerungen an Familienurlaube in Kärnten als über eine Handvoll wirklich fähiger Künstler feiner elektronischer Musik? Klar, Kruder & Dorfmeister hört man allenthalben, sind auf verschiedenste Samplern gepresst und vertreten sicherlich ein mittlerweile populäres Genre. Vielleicht ist auch dies ein Grund, dass Dorfmeister dann und wann bei den Sofa Surfers mitmischt, die vor allem Frickeleien und Bässe ganz anders interpretieren als die zahlreichen, immer chillenden Sofa DJs. Wie die Musik war? Meiner Meinung nach sind Sofa Surfers live eher eine Art Performance. Also Bass, Gitarre, Schlagzeug, Plattenteller, Frickel-Geräte (wie heißt so etwas?), ein Vocalist, der Fela Kuti heißt und die obligatorischen Ragga-Phrasen drischt, sowie Viduk, einem begnadeten Videokünstler, der den Auftritt der Surfers zu einer echten Multimedia-Performance macht. Medienkulturell echt interessant und vor allem endlich ein Ende der Grabenkämpfe zwischen handgemachter und elektronischer Musik - eine Diskussion, die für mich fast genauso langweilend ist, wie die zwischen Mac und PC-Besitzern - ist die Art wie Analoges und Digitales fusioniert und dabei einfach Neues bei herauskommt. So gehört beim letzten Stück, des Konzerts: "Can I get a Witness" in einer sehr viel längeren Version als auf Encounters, mit der Off-Stimme von Dawna Lee, wunderschöner Gitarre, Bass und Schlagzeug, die dann, wenn die Plattenversion endet, so harmonisch von akustisch/ analog ganz langsam in elektronisch/ digital hinüber fließt. Zunächst Dawna Lees Stimme leicht verzerrt, dann gesamplet und immer weiter "bearbeitet", parallel dazu wird das Schlagzeug ergänzt durch Computer geschaffene Beats, gescratche dazu; die Gitarre bleibt wie sie war - und dreht sich um zu dem Pult mit den vielen Reglern und den vielen Knöpfen. Dem Kopf und dem Herz der Sofa Surfers.
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