↓ 27.09.01 14:42
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Paul Virilio meldet sich auch hier in der Elektrolounge zu Wort. Freilich nur indirekt mit zwei von mir zusammengefassten Texten zum Status des technisch erzeugten Bildes. Eine Stellungnahme des französischen Kulturtheoretikers zu den live auf CNN gezeigten Bildern des WTC Anschlages würde also nicht lange auf sich warten lassen. Hier also einige wenige Zeilen aus einem Interview in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Leider ist das gesamte Interview momentan nicht auffindbar.
Nach den Live-Bildern vom Anschlag auf das World Trade Center befürchtet der französische Philosoph Paul Virilio für die Massenmedien eine Einschränkung der Meinungsfreiheit. "Wir werden mehr polizeistaatliche Lenkungen erleben. Zur Diskussion stehen dabei keineswegs die Fotos von einem Ereignis, sondern die Live-Bilder", sagte Virilio in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Das Fernsehen sei ein "Bestandteil des Attentats". "Der Katastrophenfilm der Wirklichkeit existiert nur dank CNN". Daher gebe es eine indirekte Mitschuld der Medien. Natürliche müsse das Fernsehen zeigen, "was passiert. Aber man wird sehr unbequeme Fragen stellen müssen über das Verhältnis zwischen den Ereignissen und ihrer gleichzeitigen Übertragung in der ganzen Welt." Er selbst habe kein Fernsehgerät und "will nie mehr fernsehen", sagte der 1932 geborene Virilio. Auch ohne Fernsehen wisse man über die Fakten der Katastrophe bescheid." Je intensiver gesendet wird, umso weniger weiß man im Allgemeinen." Ständig würden auch die selben Bilder gesendet, monierte der Medienkritiker. "Diese Exzesse werden zu einer großen Gefahr für die Information."
↓ 26.09.01 14:33
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Neu, jetzt mit Suchfunktion.
↓ 25.09.01 12:43
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Das letzte Mal habe ich Onkel, Tante, Cousin und Cousine in der Stadt der Lebkuchen besucht, als Lars und ich, vom Gardasee kommend, mit gebrochener Antriebswelle eben dort zum Zwangsstop genötigt wurden. Nun, ja. das ist Jahre her und diesmal, sogar in einem Auto mit den Eltern, nutzte ich die Gelegenheit und ließ mich fachkundig von den (Tourismus-) Führern der Stadt durch das ehemalige Reichsparteitagsgelände führen (Ähem, ich kann an diesem Rechner die Thesaurus Funktion nicht aufrufen, sorry für die political incorrectness, mir fällt auf die Schnelle kein besseres Wort ein).
Jedoch gibt es wohl keinen anderen Ort, der die derart irrationale Gigantomanie der NSDAP besser ersichtlich werden lässt. Kurz zu den einzelnen Hinterlassenschaften: Da ist zunächst ein rund elf Quadratkilometer großes Gelände rund um das sumpfige Areal des Dutzendteiches. Der Rundgang beginnt an der Luitpoldarena, die vor alle Dingen der Ausübung des Totenkultes diente. In Veranstaltungen, die rund 50 Tausend SA- und SS-Mitglieder verfolgten, wird mir vor allem das Bemühen der Nazis deutlich, die Diktatur religiös zu begründen. Die Übergabe des nationalsozialistischen Geistes erfolgte durch das Berühren einer Fahne, die angeblich mit dem Blut putschender Nazis in München getränkt war. Auf den Fotografien im Hintergrund sieht man rund 25 Meter hohe Fahnenmasten gegenüber der Ehrenhalle. An einem der Masten befindet sich ein Fahrstuhl (!) der Leni Riefenstahl dazu diente, den "Triumpf des Willens" möglichst imposant im Bild festzuhalten.
Die Kongresshalle soll an das römische Kollosseum erinnern. Sie wurde nie fertiggestellt. Rund 50.000 Parteiangehörigen sollte sie Raum bieten. Heute streiten sich Architekten, ob die geplante stützenlose Konstruktion eins derart riesigen Daches überhaupt realisierbar war. Auffallend bei der Kongresshalle: Von außen mit Granit verkleidet, innen billiger Backstein. Schein-Architektur. Wie vieles auf dem Gelände. Es ging hier um Inszenierungen.
Hinter der Halle beginnt die große Straße. Rund zwei Kilometer lang und 60 Meter breit diente sie lediglich Truppenaufmärschen. Bald merkte man, daß die Granitplatten bei Regen zu rutschig für benagelte Nazisohlen waren. Um peinliche Dominoeffekte zu vermeiden wurde jede Platte aufgeraut.
In meiner Hitliste der unsinnigsten Bauwerke ganz oben: Das deutsche Stadion. Platz für 400.000 (!!!) Zuschauer. Die Fassade wäre hundert Meter hoch gewesen. In den oberen Reihen hätte man die Sportler nicht mehr erkennen können. Aussage der Architekten: 1940 finden noch einmal olympische Spiele in Tokio statt. Danach werden sie eh` ausschließlich in Nürnberg ausgetragen. Ab dann wird der Sport an die Ausmaße des Stadions angepasst. 200 Meter Lauf mit 25 Kilo Marschgepäck, Gasmasken-Weitsprung. Kein Scherz. Das dazugehörige Lager für Sportler befindet sich auf dem Märzfeld, aber auch Gefangene und der Reichsarbeitsdienst wurden dort "untergebracht". Randbemerkung zu den ach so arischen, deutschen Teilnehmern: Es wurden Flugblätter verteilt, auf denen die Teilnehmer angewiesen wurden, nicht zu trinken und sich nicht mit den (wenigen) anwesenden Frauen einzulassen. Schlägereien und Saufgelage waren natürlich an der Tagesordnung.
↓ 21.09.01 18:43
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Neu in der Abteilung Medientheorie.txt: Siegfried Krakauer, die Errettung der physischen Realität.
↓ 21.09.01 0:36
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Staatsbezeichnung: Islamischer Staat Afghanistan
Lage: Asien, grenzend an Turkmenistan, Tadschikistan, Usbekistan (im Norden), China und Pakistan (im Westen und Süden), Iran (im Osten)
Hauptstadt: Kabul (1,8 Millionen Einwohner, geschätzt)
Fläche: 652.000 Quadratkilometer
Bevölkerung: etwa 22 Millionen Einwohner (Schätzung)
Landessprachen: Paschtu, Dari und weitere Stammessprachen Religionen: Muslime (99%, davon 84% Sunniten und 15% Schiiten), sonstige 1%
Unabhängigkeit: 8. August 1919 (von Großbritannien)
Regierungsform: Islamisches Emirat (Taliban-Gebiet)
Regierung: Zentralregierung, nicht funktionierend
Parlament: Nationalversammlung aus zwei Kammern wurde 1992 aufgelöst.
Internationale Anerkennung: Die Taliban-Regierung wird international nur von Pakistan, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten anerkannt.
Verfassung: keine
Rechtssystem: außer Kraft, de facto gilt die islamische Sharia
BIP/Einwohner: 800 Dollar (1999, geschätzt)
Quelle: Auswärtiges Amt
↓ 21.09.01 0:29
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Ich habe den Themenabend Afghanistan auf Arte gesehen. Wohltuende Abwechslung der ständig um die Welt rotierenden Liveschaltungen. Bei fast allen Sender, so zumindest mein persönlicher Eindruck, geht Aktualität zu Lasten des Verständnisses. Hat bisher jemand verstanden, worum es z.B. in dem seit über zwanzig Jahren schwelenden Bürgerkrieg in Afghanistan geht?
Der Afghanistan Themenabend hilft da weiter. Ein ausgewogenes Programm, das sich aus Diskussion, kurzen, monothematischen Nachrichten und Dokumentationen zusammensetzt. So z.B. die Dokumentation über den afghanischen Widerstandskämpfers Massud (der kurz vor den Anschlägen auf die USA von den Taliban ermordet wurde), die der Franzose Christophe de Ponfilly filmte. Wobei mir der Name Massud übrigens bekannt vorkam. Nach einigem Suchen fand ich in eine Ausgabe des Geo-Magazins die spannende Reportage über den alltäglichen Kriege des Massud gegen die Taliban. Zuvor wurde von der Arte Redaktion in einem halbstündigen Beitrag die Geschichte Afghanistans zwischen Kolonisierung, Besatzung und Bürgerkrieg nachgezeichnet. Gegen Ende läuft eine weitere Reportage über die Diktatur der Taliban.
↓ 19.09.01 19:05
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Den geneigten Leser interessiert es vielleicht. Zwei kleine neue Texte zum Thema Film. Béla Balász (Stummfilm) und ein wenig später Rudolf Arnheim (Tonfilm).
↓ 14.09.01 23:46
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Richard Melville Hall, aka Moby, wohnt in New York und hat den Anschlag auf das WTC von seinem Appartement aus erlebt. In seiner Homepage führt er auch eine Art Weblog und schreibt sich so die Empörung von der Seele.
Dort erfährt man auch, woher sein Pseudonym Moby herrührt. Nämlich von Herbert Melville, dem Autor von Moby Dick. Lustig wäre, wenn Moby auch wirklich dick wäre und aus dem Rücken Wasser spritzen würde.
↓ 12.09.01 15:24
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Am Tag danach. Die Medien bestehen weiterhin nur aus Sondersendungen.
Viel zu sagen gibt es, klar. Tatsächlich gesagt wurde jedoch noch nicht viel. Sicherlich ist das verständlich. Allerdings scheint es, dass das Bild vorläufig an die Stelle des Wortes getreten ist. Was also ist, abgesehen vom Ausmaß der Katastrophe, den verlorenen Leben, anders als bei vergangenen Ereignissen, die die Welt schockierten?
Vielleicht ist es ja gerade das Bild. Jede Fernsehstation der Welt bringt seit Dienstag die komplette "live coverage". Wobei die Welt wirklich live im Wohnzimmer, am Arbeitsplatz oder sonstwo Zeuge der absoluten Katastrophe wird. Und dies absolut simultan. Aus x-verschiedenen Perspektiven wird der Moment des Einschlags der beiden Flugzeuge als eine Art Endlosschleife präsentiert. Videoaufnahmen lassen uns über das Ausmaß der Katastrophe nicht im geringsten Zweifel. Der Moment des zusammenbrechenden World Trade Centers, panische Menschen, die versuchen zu flüchten als sich die riesige Staubwolke wie ein schwarzer Mantel über sie legt.
Dauerte es in der Vergangenheit noch Tage oder Wochen, bis die Filmdokumente über den Bildschirm flimmerten, sind wir nun absolut simultan dabei. Egal, wo wir uns auf der Welt befinden.
Die Welt schrumpft zusammen auf 16:9. Es spielt keine Rolle ob das Ereigniss direkt vor unserer Tür oder am anderen Ende der Welt geschieht. Paul Virilio nennt dies in "Die Ästhetik des Verschwindens" Medien der Echtzeit. Lesenswert. Und ohne Bilder.
↓ 11.09.01 20:45
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Wie sieht die Welt morgen aus? Wie tief hassen Menschen?
↓ 11.09.01 20:45
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Wie sieht die Welt morgen aus? Wie tief hassen Menschen?
↓ 7.09.01 21:35
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"Buhl Data Service. Mein Name ist Henning Groscurth. Was kann ich Ihnen heute schreiben?"
Tja, weiß nicht so recht. Wenn nix passiert. Ist schon Wochenende? Semesterferien im Siegerland. Das Ende des Sommers kommt nirgendwo eindeutiger. Kein Wunder, daß niemand mehr hier ist.
↓ 5.09.01 22:25
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In der Türkei findet gerade die Basketball-WM statt. Und die Türken lieben Basketball. Das scheint mir zumindest so. Wenn nämlich elftausend gröhlende Türken das Erreichen des Viertelfinales feiern. Ebenso wie unsere teutonisch/ muiltkulti ***manschaft das übrigens auch im Spiel gegen die Franzosen schaffte.
Und das DSF ist so nett und beschert unseren Wohnzimmern diesen Glanz. Ganz im Sinne der türkischen Veranstalter, die sich mit einer Präsentation eines ganz und gar nicht traditionell/ orientalisch Events, ganz besonders an die Wange der EU schmusen.
Die Afti-Efti - oder so ähnlich - Halle ist top. Riesig groß, mit einem Platz, den man in deutschen Turnhallen nicht sieht. Kamera und Regie sind fleissig. So gut wie jede Szene wird in Super- oder Normalzeitlupe nachträglich aufgelöst. Rasanz und Emotionen. Unter der Hallendecke klebt ein riesen Video-Würfel (wie heisst sowas ?). Neben dem Live- und dem Zeitlupenbild werden alle nötigen Informationen angezeigt.
Der Hallensprecher und die Beschallung (wenn verbunden) harmonieren gut. Will meinen, in jede Pause hüpfen die obligaten cheerleader zu unsagbar lauten Schierliedern. Oder, heute in der entscheidenden letzten oder vorletzten Auszeit, zu Prodigy (Voodoo People? Weiss nicht mehr).
↓ 5.09.01 18:31
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Wie man Sex im Internet sucht. Ein Text von Umberto Eco.
↓ 4.09.01 23:24
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Schön , von Dir zu lesen !
↓ 4.09.01 17:45
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Alle Achtung. Gestern abend wurde auf DSF fantastischer Sport gezeigt. Das letzte Vorrunden-Spiel für das deutsche Basketball-Team gegen die Griechen. Ein hoffnungsloses Unterfangen noch zur Halbzeit beim Spielstand von 31:47. Am Ende 80:75. Dank einem überagenden Dirk Nowitzki. Hut ab. Und Mittwoch um 20:15 das Viertelfinale schauen.
↓ 3.09.01 20:45
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Ein Ende findet das Html-Gefrickel heute. Mittlerweile müsste alles wieder laufen. Greymatter (ich etwa?) verursachte eine schwer erkennbare Vermischung diverser Templates.
Nun gut. Katha, dass hat für dich den Vorteil, dass ich deine Seiten ohne Umschweife ans Laufen bringen musste. Ja, dann erinnere ich mich auch an die Passworte :-)
Geholfen hat zumindest der Vergleich meiner Templates mit den unbeleckten Vorlagen, so dass nun wieder der Urknall-Status erreicht wurde. Herrje.
↓ 3.09.01 18:01
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Neu im Kühlschrank: Butter, Wein, Schinken, Käse und Wein. Alt im Kühlschrank: Schimmel.
↓ 3.09.01 16:37
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Wann ist man eigentlich fertig? Wird irgendetwas fertig? Wieso ist mein Weblog nicht fertig? Wieso kann nur mailen wenn man vorher kommentieren konnte? Wieso habe ich nun drei Kommentarformulare wo vorher eines war? Wann ist man fertig? bin ich`s?
↓ 2.09.01 23:36
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Hier übrigens etwas für den gemeinen Berti Vogts Bewunderer. Man lese ein Interview im Spiegel mit dem ehemaligen Meidericher (i.e. Duisburger) Abwehrrecken Rudi Gutendorf, der momentan Nationaltrainer Ruandas ist und Bertis neuen Trainerjob in Kuwait kommentiert. sehr nett.
↓ 2.09.01 23:21
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Ich ziehe es also vor, das Wochenende nicht in Siegen, sondern in Unna zu verbringen. Bei meinem ehemailgen Arbeitskollegen Markus. Der wohnt zunächsteinmal in Dortmund, von da nach Kamen und dann eben zum Stadtfest nach Unna. Und Unna ist `ne Reise wert :-)