mittleres Niveau seit 2001 | ||
↓ 27.03.02 9:52
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Peter Müller am vergangenen Sonntag in einem Saabrücker Theater:
↓ 26.03.02 10:18 memo (0)
Einen Eklat nennen die Meisten heute das, was bis vergangenen Freitag noch Zuwanderungsdebatte hieß. Dieser Eklat wird, wenn der Bundespräsident das Gesetz billigt und damit für verfassungsrechtlich einwandfrei erklärt, ein Makel sein, der diesem Gesetz in Zukunft stets anhaften wird. Ganz ähnlich wie der einst durchgeboxten Steuerreform, an der einige Bundesländer ganz gut verdient haben. Da bietet sich nun erstmalig die Chance, Gesetz werden zu lassen, was seit 1954, als sich die ersten Italiener tränenreich von Heimat und Familie verabschiedeten, Realität ist. Jedoch heißt diese Realität nicht Zuwanderung, sondern Anwerbestoppausnahmeregelung und sollte daher auf Empfehlung Rita Süssmuths per Gesetz nicht nur einen neuen Namen erhalten und Realität werden lassen, was jahrzehntelange Praxis ist, sondern auch eine moderne, offene Republik dokumentieren. Modern und offen freilich zunächst für jene, die Deutschland einen Dienst erbringen. Der formale Status, der Flüchtlingen garantiert, nach den Genfer Konventionen behandelt zu werden, wurde erst auf Grund kirchlichen Drucks in die Zeilen des Gesetzes aufgenommen. Mittlerweile, es dauert mitunter Monate, wenn nicht Jahre, bis wichtige Reformen Realität werden, ist die Entscheidung um die Zuwanderung ins Wahljahr vertagt worden. Da gelten andere Prioritäten, werden den Politikern andere Fähigkeiten abverlangt als die zum Konsens und der Vernunft. Im Wahljahr haben die Kanzlerberater das Sagen. Und die Kanzlerkandidatenberater. Ihre Medienexperten, Wahlkampfmanager. Wo immer Politiker auftauchen sehen sie sich einem Wald aus Kameras und Mikrofonangeln ausgesetzt. Demografen und Empiriker sind die Seismographen, die jede 0,1%ige Erschütterung an uns melden. Entsprechende Reaktionen vor und hinter der vermittelnden Mattscheibe. Das was zuvor konsensverdächtig aussah, wird nun zum Reziprokwert. Alle Positionen mit -1 multiplizieren - das wird zum Motto und schafft ausreichend Spielraum für Nichtkonsens. Dann wird Theater gespielt, der Eklat zuvor noch inszeniert. Kulminierend nach der drittten Vergewisserung - "Sie kennen meine Aufassung". Man wertet mit "ja"; nicht mit einer Enthaltung. Ebenso Theater. Das Land steckt fest in sich selbst. Steckt fest in den Köpfen der Menschen. Die Politik scheint nicht wirklich Entscheidungen für das Volk treffen zu können, zu tief steckt sie in parteipolitischen Konstellationen. Parteien, Politiker und Wirtschaft stecken tief in der Korruption, die sonst Entwicklungsländern vorgeworfen wird. Mehrheitsverhältnisse sind keine mehr, Entscheidungen lassen sich nur mit allerletzter Kraft realisieren. Auf Kosten der Politik, der Glaubwürdigkeit. Der Wille zum Abbau des Reformstaus ist nicht erkennbar. Der Wille, nicht inszenierte Politik zu machen erst recht nicht. ↓ 22.03.02 11:55 memo (1)
Was wirklich gute Nutzbarkeit (aka Usability, aka GUI), aber auch ansprechende Inhalte betrifft: Paranews. Weblog-ähnliches ist zu umfangreicheren Magazinen ausbaubar. ↓ 22.03.02 11:49 memo (0)
Gefällt mir gut. Der Rollover Effekt bei Wurmi. ↓ 22.03.02 11:36 memo (0)↓ 21.03.02 20:13 memo (2)
Wo geht er hin, der ganze Elektromüll? Der digitale Überfluss? Gut, dass wir für die Toten und ihre Hinterbliebenen den Himmel geschaffen haben. Liegen all die verloren Bits da neben ihnen, auf einer weichen Wolke vielleicht. Oder ruhen sie dort, wo die Seelen hingehen? Ja, wohin denn eigentlich? Gedanken aus einem netten Gespräch, spät abends, bei einer Flasche Rotwein. ↓ 20.03.02 10:11 memo (4)
Während der Recherche für einen Beitrag in der kommenden Ausgabe der Navigationen wunderte ich mich darüber, dass neu auf den Markt kommende Medien so eine lange Phase der Orientierungs- oder besser, Inhaltslosigkeit durch machen müssen. Man werfe dazu einen Blick zurück auf das junge Radio, das lediglich die Kopie älterer Medieninhalte war. Theater, Konzert oder Lokalzeitung - den Verkehrsfunk erfand man später. Und was ist los im Internet? Sehen wir nicht überwiegend Inhalte (wenn überhaupt Inhalte), die irgendetwas entsprechen, nicht aber den Strukturen und Potentialen des Netzes. Massenmedien wie Radio und TV bestehen aus Amphitheaterdiskursen. Diese Struktur besteht im wesentlichen aus zwei Elementen: Einem im Raum schwebenden Sender sowie den ausstrahlenden Kanälen, die die spezifischen Codes transportieren. Zeitungspapier, Hertzwellen oder Filmrollen. Die Empfänger sind vielzählig aber klein, ganz klein. Wie Satelliten sind sie um die Sender herum angeordnet. Organisatorisch befinden Sie sich am Rande, fast außerhalb des Diskurses. Sie sind gewissermaßen geeicht auf jeweils einen Kanal, der Informationen in den Sender pumpt. Dieses Modell ist eher totalitär. Es ist das Modell der Massenmedien. Im Netz finden keine Diskurse statt, sondern Dialoge. Prototypen für Netzdialoge sind die Post und das Telefonsystem. Plauderei, Geschwätz oder Gerüchte gehören allerdings ebenso dazu. Wichtig erscheint mir Flussers Feststellung, dass Informationen nicht aus der Synthese von bereits vorhanden Informationen entstehen (wie es eben doch überwiegend der Fall ist - siehe These zu Beginn), sondern dass Informationen spontan durch die Verformung von Inhalten (z.B. durch Geräusche, durch das Netzgeflüster) entstehen. Das Ziel der Politik sollten Netzdialoge sein. Sie schaffen neue Informationen statt die alte Informationen redundant zu wiederholen, wie es beim Rundfunk geschieht, der so eine Veränderung des Menschen verhindert. ↓ 19.03.02 12:17 memo (0)
Media Links ahead: Telepolis/ Medientheorie - Ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Beiträge von Frank Hartmann, Geert Lovink, Hartmut Winkler sowie der Agentur Bilwet. Sehr interessant ist CultD. Überzeugend vor allem durch die Fülle des Angebots und durch die interessante Gestaltung. ↓ 19.03.02 11:06 memo (0)
Es gibt Abende, die sagen einem schon bevor man überhaupt aus dem Haus ist: "Bleib lieber drin". Vorgestern war solch einer. Total fehlgeleitet von der (derart überflüssigen) Phrase: "Der neue Film von den Regisseuren von xy" sowie der Empfehlung eines weitgehend Unbekannten: "Ist sogar besser als der von den Regisseuren von xy" schließe ich die Wohnungstür hinter mir, blicke suchend ins Portemonnaie, um die Kinorabattmarke zu finden und - lege mich dermaßen ab, daß es schon mehr als ein Wink war. Am nächsten Morgen dann doch der Gang zum Arzt. Knöchelumfang + 4 Zentimeter, das linke Außenband wahrscheinlich ebenso verlängert - aber nicht gerissen. ↓ 19.03.02 10:54 memo (0)
"Das Weblog für wissenschaftlich bedingtes Leiden, fuer Ausredennotorik und Schreibparanoia" - Eine schönere Unterzeile habe ich bisher nicht gelesen. Diplom.antville. ↓ 16.03.02 15:08 memo (0)
Surf`s Up. Warum definiert sich mein Bild von Österreich weniger über Haider, die FPÖ oder Erinnerungen an Familienurlaube in Kärnten als über eine Handvoll wirklich fähiger Künstler feiner elektronischer Musik? Klar, Kruder & Dorfmeister hört man allenthalben, sind auf verschiedenste Samplern gepresst und vertreten sicherlich ein mittlerweile populäres Genre. Vielleicht ist auch dies ein Grund, dass Dorfmeister dann und wann bei den Sofa Surfers mitmischt, die vor allem Frickeleien und Bässe ganz anders interpretieren als die zahlreichen, immer chillenden Sofa DJs. Wie die Musik war? Meiner Meinung nach sind Sofa Surfers live eher eine Art Performance. Also Bass, Gitarre, Schlagzeug, Plattenteller, Frickel-Geräte (wie heißt so etwas?), ein Vocalist, der Fela Kuti heißt und die obligatorischen Ragga-Phrasen drischt, sowie Viduk, einem begnadeten Videokünstler, der den Auftritt der Surfers zu einer echten Multimedia-Performance macht. Medienkulturell echt interessant und vor allem endlich ein Ende der Grabenkämpfe zwischen handgemachter und elektronischer Musik - eine Diskussion, die für mich fast genauso langweilend ist, wie die zwischen Mac und PC-Besitzern - ist die Art wie Analoges und Digitales fusioniert und dabei einfach Neues bei herauskommt. So gehört beim letzten Stück, des Konzerts: "Can I get a Witness" in einer sehr viel längeren Version als auf Encounters, mit der Off-Stimme von Dawna Lee, wunderschöner Gitarre, Bass und Schlagzeug, die dann, wenn die Plattenversion endet, so harmonisch von akustisch/ analog ganz langsam in elektronisch/ digital hinüber fließt. Zunächst Dawna Lees Stimme leicht verzerrt, dann gesamplet und immer weiter "bearbeitet", parallel dazu wird das Schlagzeug ergänzt durch Computer geschaffene Beats, gescratche dazu; die Gitarre bleibt wie sie war - und dreht sich um zu dem Pult mit den vielen Reglern und den vielen Knöpfen. Dem Kopf und dem Herz der Sofa Surfers. ↓ 13.03.02 15:39 memo (0)
Absicht oder Versehen? Ein Cebit-Posting in die Kategorie "Real Life" einzuordnen? Trifft den Nagel aber auf den Kopf. Die Deutsche Messe AG - Mediator zwischen ausgestellter Virtualität und ausstellender Realität. ↓ 13.03.02 11:57 memo (0)
Irritation im Perlentaucher - sechs Monate nach dem 11. September: Francis Fukuyama, Bush Berater und Professor an der John Hopkins University, erklärt, wie alternativlos die amerikanische Terrorpolitik ist. Ich halte derartiges zunächst einmal für ganz üble Arroganz. Reaktionen: NZZ, Süddeutsche, FR. ↓ 13.03.02 10:38 memo (0)
Um die "most pressing issues of our times" kümmert sich ein Magazin mit blödem Namen. Eurozine. Wertvoller Verweis via Wörterberg. ↓ 12.03.02 11:33 memo (0)
Themenwechsel, so schnell geht das hier: Gestern verpasst, die Sofa Surfers im Kölner Stadtgarten. Donnerstag nicht verpassen, Sofa Surfers in Aschaffenburg.
Das Department of Defense arbeitet Szenarien aus, wie ein atomarer Schlag gegen die bekannten Schurkenstaaten erfolgen könnte. Ich sollte im kommenden Semester ein Konstruktivismus-Seminar besuchen - vielleicht sogar wieder beginnen, Baudrillard zu lesen. In der Hoffnung, daß alles Simulation ist, daß ich einem gigantischen medialen Fake erlegen bin.
Das sind Tage. Sie hindern mich zwar, hier mal wieder etwas sinnvolles zu veröffentlichen, sind aber auch die bessere Alternative. Sie besteht aus vormittäglicher Arbeit und nachmittäglichem Spaß am Oberen Schloß, auf dem Lindenberg, der Panzerwiese und wo man eben sonst noch der Siegener Betontristesse entfliehen kann. Sie besteht aus Zeitunglesen, Federfußball, Frisbee, quatschen... ↓ 9.03.02 21:19 memo (1)
Ein feiner Samstag wird`s wohl werden. Sinkende Besucherzahlen im Weblog (Umzug nicht verkraftet!?), steigende Besucherzahlen in der Realität. Ist mir auch lieber so. Greg und Thommy kommen zu Besuch. gleich, später dann mal wieder eine Nacht im Dee2. Himmel, das wird anstrengend. Flyer Dee2 (Pop Up) ↓ 9.03.02 15:07 memo (0)
Wer ist hier eigentlich der Falschinterpretierer? Opera oder meine Wenigkeit? Wahrscheinlich ich. Während IE sich um die Ausrichtung der Navigationslinks einfach nicht kümmert, packt Opera den Text zu weit nach oben. Kriegs nicht hin. Stört und nervt mich. ↓ 6.03.02 17:25 memo (0)
Aha, nun kommen also die ersten schwarz-rot-goldenen Zinksärge zurück. ↓ 6.03.02 14:28 memo (0)
"Media Events and their Influence on Generations in the Global Village" ist der Titel einer Studie, an der ich momentan mitarbeite. Dabei werden Interviews verschiedener Altersgruppen analysiert, unter anderem in der Absicht herauszufinden, wann eben solche Globalisierungstendenzen erstmals erinnert werden. Was ich wohl erinnern werde? Vielleicht, dass ich einmal während meiner Unizeit an einer Studie mitarbeitete, die die frühen Globalisierungseffekte in der Geschichte der technischen Medien analysierte. Erinnern werde ich wohl all die Globalisierung, die aus dem Computer drang, an dem ich arbeitete - Von einem Newsprovider zum anderen zu surfen, daran verzweifelnd nur nichts zu verpassen, E-Mails abzurufen, die man dringend erwartete, flaresound.com lief stundenlang im Hintergrund, ab und an klingelte mein mobile... ↓ 3.03.02 14:53 memo (2)
Wusste bisher gar nicht, dass Thievery Corporation so verissen werden (und so und so).
Richtig gut finde ich die Dramatis Personae in Knoerers Jump-Cut Weblog. Ich nehme an, dass es sich dabei um ein antville-feature handelt !? | ||